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3.400 km durch Brasilien

16 schweißtreibend heiße Tage, bei daueroffenem Fenster und damit einhergehenden Kopfschmerzen, durch das durchgehende Rauschen sowie einem ständigen on/off der Klimaanlage; es ist nicht einfach, wenn 3 unterschiedliche Individuen sich inkl. Gebäck in einen Kleinwagen quetschen und mehr als 3.400 km bestreiten. Und wenn das Navi uns ca. 6 Stunden bis zum nächsten Stop angezeigt hat, so wusste man aus Erfahrung, dass es mindestens 2 sich endlos ziehende Stunden länger dauern wird. Plötzlich beginnt man die gut ausgebauten deutschen Autobahnen sowie die deutschen Geschwindigkeitsbegrenzungen wertzuschätzen. Zu den Temperaturen die einem zu schaffen machen, kommen noch lebensmüde Überholmanöver der Einheimischen, auf kurvenreichen Gebirgspässen. Meine Bilanz: ich würde es genau so wieder tun, nur wahrscheinlich in einem größeren Fahrzeug :)

Jedes Mal wenn mir die Augen vor Erschöpfung zufallen wollten, habe ich mir ins Gedächtnis gerufen, welch faszinierende Landschaft an mir vorbeizieht. Kilometerlange Sandstrände, dessen Brandung einen magisch angezogen hat, wechselten sich mit endlosen, saftig-bewachsenen Gebirgen ab, auf denen unzählige Rinder grasten.


Nach einer 3-wöchigen Eingewöhnungsphase in Rio de Janeiro, war es an der Zeit, Brasilien weiter zu erforschen. Wir mieteten unseren Kleinwagen, inkl. aller Versicherungen, über eine bekannte Vergleichsseite. Bei der Autovermietung angekommen, waren die Mitarbeiter anfangs sehr freundlich und zuvorkommend... und aufdringlich. Man wollte uns natürlich eine Versicherung verkaufen. Dies lehnten wir dankend ab, mit der Begründung, dass wir bereits eine über die besagte Vergleichsseite abgeschlossen haben. Die Mitarbeiter baten uns darum, die Buchung zu stornieren und das Auto, sowie die Versicherung direkt vor Ort neu zu buchen. Als wir auch das und das Upgrade (natürlich gegen einen stolzen Aufpreis) ablehnten, trafen wir auf die ersten unfreundlichen Brasilianer. Versteht das jetzt aber nicht falsch. Die beiden Mitarbeiter haben eine menge Zeit und Überzeugungsarbeit in uns investiert und waren einfach nur frustriert.

Pedra Do Telegrafo

Unser erstes Ziel lag ca. 1,5 Stunden westlich von Ipanema entfernt. Viele von euch kennen die Bilder auf dem Felsen Pedra Do Telegrafo, bei dem sich einem die Nackenhaare aufstellen. Es sieht tatsächlich so aus, als wenn es unterhalb dieses Felsens Kilometerweit in die Tiefe geht. Dieses Geheimnis werde ich hier nicht lüften:) Ihr werdet also wohl selbst nach Rio reisen müssen, um es herauszufinden.


Anfahrt

Die Anfahrt würde ich als abenteuerlich bezeichnen. Leider kann ich euch keine genauere Beschreibung liefern. Auf unzähligen Seiten habe ich etwas von einer gelben Kirche gelesen, hinter der ein Wanderweg zum Felsen führen soll. Diese Kirche haben wir vergeblich gesucht, aber nachdem wir unzählige Male bei Einheimischen nachgefragt haben, befanden wir uns irgendwann schließlich auf dem Wanderweg. Habt ihr diesen erstmal entdeckt, ist es easy. Ab dann seht ihr gelbe Markierungen an Wänden und auf dem Boden, die den Weg weisen. Ihr könnt auch eine geführte Tour zu dem Felsen buchen, wir bevorzugen allerdings immer alles auf eigene Faust zu erkunden.


Tipp: Ich kann es nicht oft genug erwähnen, seid ganz früh morgens hier. Oder so wie wir, kurz vor Sonnenuntergang. Auch hier sind wieder unzählige Touristen, allerdings ist es hier noch mal eine Ecke schlimmer, da man sich hier nicht nebeneinander positionieren kann, sondern tatsächlich Schlange stehen muss.



Übernachtung

Da unsere restlichen Ziele im Norden lagen, sind wir für diese eine Nacht wieder zurück nach Ipanema gefahren. Wir waren im Social Hostel, was direkt zwischen Copacabana und Ipanema liegt, allerdings können wir keine Empfehlung aussprechen. Die Mitarbeiter waren alle sehr freundlich, allerdings ist das Hostel etwas in die Tage gekommen und nachdem mir in der Nacht ein Tier über das Gesicht gekrabbelt ist, war an Schlaf nicht mehr zu denken. Am schlimmsten jedoch war, dass wir unsere Betten selber beziehen mussten. Dadurch sieht man leider, was einem sonst verborgen bleibt...

Arraial do Cabo


Der nächste Stopp auf unserer Route war die Halbinsel Arraial do Cabo, wir befanden uns somit noch immer im Bundesstaat Rio de Janeiro. Hätte ich im Vorfeld gewusst, welch schlechtes Wetter uns auf den restlichen Zielen erwartet, wäre ich länger in diesem Ort geblieben, so sind wir nach 2 viel zu kurzen Tagen wieder abgereist.

Wir können euch den kleinen Strand Praia Brava empfehlen. Ihr müsst einige Stufen hinabsteigen und über einige harmlose Felsen klettern, dafür habt ihr den Strand aber praktisch für euch alleine. Der weiße Sandstrand und das türkise Wasser erinnern ein wenig an die Karibik.

Übernachtung: Sehr zu empfehlen ist das Hostel A Coroa. Es gibt neben Dorms auch Doppel- und Vierbettzimmer, einen kleinen Pool und ein tolles Frühstück.


Um die Strecken zwischen den einzelnen Orten nicht zu lang zu gestalten, haben wir als nächstes in der Nähe des Ortes São João da Barra gehalten und uns in dem traumhaften Hostel Refúgio Nômade praktisch für 2 Tage verschanzt.

Hier könnt ihr wirklich die Seele baumeln lassen und vom Stress abschalten.

Das Frühstück war grandios, es gab einen liebevoll angelegten Garten und die Mitarbeiter waren extrem freundlich und aufmerksam.

Ab hier ging es dann leider abwärts. Im nächsten Ort Vitória war laut Wettervorhersage Regen angesagt, also sind wir nach bereits einer Übernachtung nach Porto Seguro aufgebrochen. Wir blieben für 2 Nächte in dem Hotel Vila Miola, was wir absolut empfehlen können. Der Pool ist unspektakulär, aber das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen und die Zimmer sind geräumig und sauber. Die Mitarbeiter sind wie alle anderen Brasilianer sehr herzlich und liebenswert. Aber auch hier hatten wir kein Glück mit dem Wetter, somit flüchteten wir nach Ilhéus, wo uns der Wettergott eine Regenpause für einen Nachmittag gegönnt hat. Die kleine Hafenstadt war einst für den Kakao bekannt, der von hier exportiert wurde. Heute wirkt sie eher wie ausgestorben. Lediglich abends versammeln sich viele Einheimische in den Restaurants und auf den Straßen. Allein schon wegen der ausgelassenen und entspannten Stimmung, solltet ihr euch diese Stadt nicht entgehen lassen.



Nach einem weiteren verregneten Tag in dem Ort Itacaré und einer grauenhaften Nacht in dem Hostel As Margaridas (die guten Bewertungen im Internet sind absolut nicht nachvollziehbar) haben wir uns wieder auf den Weg Richtung Rio begeben, um den Mietwagen abzugeben.

Auch wenn das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, haben wir den Roadtrip sehr genossen und können es euch wärmstens empfehlen.

Allerdings solltet ihr euch IMMER an die Geschwindigkeitsbegrenzungen halten. Leider war auf manchen Straßen nicht ersichtlich, wie schnell man fahren darf und sich an den Vordermann zu halten, hat sich als schlechte Idee herausgestellt. Wir wurden insgesamt 3 Mal geblitzt, mit minimalen Überschreitungen und maximalen Geldstrafen.


Solltet ihr Fragen oder Anregungen haben, lasst gerne einen Kommentar da.

Gute Fahrt,

eure Kathi :)


*Das Feedback zu den Hotels/Hostels ist meine persönliche Meinung/Empfehlung und keine bezahlte Werbung/Partnerschaft.

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